Britische Wettbewerbshüter untersuchen Adobe wegen Kündigungsgebühren bei Abonnements
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat am Mittwoch eine Untersuchung gegen Adobe eingeleitet. Im Fokus: frühzeitige Kündigungsgebühren, die gegen Verbraucherschutzrecht verstossen könnten — nur Tage nach einer 150-Millionen-Dollar-Einigung in den USA.

Die britische Wettbewerbsbehörde Competition and Markets Authority (CMA) hat am Mittwoch eine formelle Untersuchung gegen den Softwarekonzern Adobe eingeleitet UK regulator probes Adobe over cancellation fees concerns channelnewsasia.com·SecondaryA logo of computer software company Adobe is seen during the Adopt AI International Summit at the Grand Palais in Paris, France, November 26, 2025. REUTERS/Abdul Saboor LONDON, March 19 : Britain's competition regulator has launched an investigation into Photoshop maker Adobe to examine whether its early cancellation fees were unfair and misleading, the watchdog said on Thursday.. Im Zentrum steht die Frage, ob die Gebühren, die Adobe bei vorzeitiger Kündigung von Abonnements erhebt, gegen das Verbraucherschutzrecht verstossen.
Die Massnahme kommt zu einem Zeitpunkt, der für Adobe unangenehmer kaum sein könnte: Erst letzte Woche, am 13. März, hatte das US-Justizministerium eine Einigung über 150 Millionen Dollar mit dem Photoshop-Hersteller bekannt gegeben — wegen nahezu identischer Vorwürfe Adobe agrees $150m DOJ settlement over subscription cancellation termsfinance.yahoo.com·SecondaryAdobe has agreed to a $150m settlement with the US Department of Justice to resolve allegations that it did not clearly disclose termination fees and complicated the cancellation process for its subscription services. The agreement requires Adobe to pay a $75m civil penalty and provide another $75m in free services to customers, pending court approval.. Dass gleich zwei der wichtigsten Märkte des Konzerns dessen Abrechnungspraktiken gleichzeitig unter die Lupe nehmen, ist bemerkenswert.
Das Geschäftsmodell im Fadenkreuz
Konkret geht es um Adobes Abonnementmodell «annual billed monthly» — einen Jahresvertrag, der in monatlichen Raten bezahlt wird. Wer diesen Plan nach mehr als vierzehn Tagen kündigt, muss eine Gebühr in Höhe der Hälfte der verbleibenden Jahreskosten entrichten. Nach der Kündigung behalten Nutzer nur bis zum Ende der laufenden Abrechnungsperiode Zugang zu den Produkten.
Die CMA wird untersuchen, ob diese Vertragsbedingungen unfair sind und ob Adobe seinen Kunden vor dem Kauf ausreichend klar und rechtzeitig über die Kündigungsgebühr informiert. Emma Cochrane, Direktorin für Verbraucherschutz bei der CMA, betonte, dass Millionen Menschen — von Studierenden bis zu professionellen Content-Erstellern — auf digitale Designwerkzeuge angewiesen seien und darauf vertrauen können müssten, dass sich die Anbieter an die Regeln halten UK regulator probes Adobe over cancellation fees concerns channelnewsasia.com·SecondaryA logo of computer software company Adobe is seen during the Adopt AI International Summit at the Grand Palais in Paris, France, November 26, 2025. REUTERS/Abdul Saboor LONDON, March 19 : Britain's competition regulator has launched an investigation into Photoshop maker Adobe to examine whether its early cancellation fees were unfair and misleading, the watchdog said on Thursday..
Adobe ist das neunte Unternehmen, gegen das die CMA ihre neuen direkten Durchsetzungsbefugnisse einsetzt. Diese Befugnisse, die im Rahmen des Digital Markets, Competition and Consumers Act 2024 eingeführt wurden, erlauben der Behörde, Verstösse gegen das Verbraucherrecht selbst festzustellen — ohne den Umweg über die Gerichte. Die CMA kann Bussgelder von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen.
150 Millionen Dollar: Die US-Einigung
Der Hintergrund der britischen Ermittlungen ist der jüngste Vergleich in den Vereinigten Staaten. Das US-Justizministerium und die Federal Trade Commission hatten bereits im Juni 2024 Klage gegen Adobe eingereicht. Der Vorwurf: Der Konzern habe Informationen über frühzeitige Kündigungsgebühren im Kleingedruckten und hinter unauffälligen Hyperlinks versteckt Adobe agrees $150m DOJ settlement over subscription cancellation termsfinance.yahoo.com·SecondaryAdobe has agreed to a $150m settlement with the US Department of Justice to resolve allegations that it did not clearly disclose termination fees and complicated the cancellation process for its subscription services. The agreement requires Adobe to pay a $75m civil penalty and provide another $75m in free services to customers, pending court approval.. Die Gebühren konnten Hunderte von Dollar betragen und wurden vielen Kunden erst bewusst, als sie versuchten, ihr Abonnement zu beenden.
Darüber hinaus warfen die Behörden Adobe vor, den Kündigungsprozess absichtlich kompliziert gestaltet zu haben — mit unnötigen Zwischenschritten, unerbetenen Angeboten zum Verbleib und Warnmeldungen, die Kunden davon abhalten sollten, den Vorgang abzuschliessen Adobe agrees $150m DOJ settlement over subscription cancellation termsfinance.yahoo.com·SecondaryAdobe has agreed to a $150m settlement with the US Department of Justice to resolve allegations that it did not clearly disclose termination fees and complicated the cancellation process for its subscription services. The agreement requires Adobe to pay a $75m civil penalty and provide another $75m in free services to customers, pending court approval..
Die nun vorgeschlagene Einigung sieht vor, dass Adobe 75 Millionen Dollar als zivilrechtliche Strafe zahlt und weiteren 75 Millionen Dollar an betroffene Kunden in Form kostenloser Dienstleistungen erstattet Adobe agrees $150m DOJ settlement over subscription cancellation termsfinance.yahoo.com·SecondaryAdobe has agreed to a $150m settlement with the US Department of Justice to resolve allegations that it did not clearly disclose termination fees and complicated the cancellation process for its subscription services. The agreement requires Adobe to pay a $75m civil penalty and provide another $75m in free services to customers, pending court approval.. Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Brett Shumate erklärte, das Justizministerium werde entschieden gegen jeden Versuch vorgehen, Verbraucher durch irreführende und unfaire Geschäftspraktiken zu schädigen Adobe agrees $150m DOJ settlement over subscription cancellation termsfinance.yahoo.com·SecondaryAdobe has agreed to a $150m settlement with the US Department of Justice to resolve allegations that it did not clearly disclose termination fees and complicated the cancellation process for its subscription services. The agreement requires Adobe to pay a $75m civil penalty and provide another $75m in free services to customers, pending court approval..
Adobes Reaktion
Adobe hat in beiden Fällen ein Fehlverhalten bestritten. Nach der Bekanntgabe der US-Einigung letzte Woche teilte das Unternehmen mit, es habe in den vergangenen Jahren seine Anmelde- und Kündigungsprozesse vereinfacht und transparenter gestaltet Adobe agrees $150m DOJ settlement over subscription cancellation termsfinance.yahoo.com·SecondaryAdobe has agreed to a $150m settlement with the US Department of Justice to resolve allegations that it did not clearly disclose termination fees and complicated the cancellation process for its subscription services. The agreement requires Adobe to pay a $75m civil penalty and provide another $75m in free services to customers, pending court approval.. Auf die britische Untersuchung reagierte Adobe zunächst nicht mit einer öffentlichen Stellungnahme UK regulator probes Adobe over cancellation fees concerns channelnewsasia.com·SecondaryA logo of computer software company Adobe is seen during the Adopt AI International Summit at the Grand Palais in Paris, France, November 26, 2025. REUTERS/Abdul Saboor LONDON, March 19 : Britain's competition regulator has launched an investigation into Photoshop maker Adobe to examine whether its early cancellation fees were unfair and misleading, the watchdog said on Thursday..
Das Argument des Konzerns ist nicht ohne Substanz: Jahrespläne bieten Kunden deutlich günstigere Preise als monatliche Abonnements ohne Laufzeitbindung. Die Kündigungsgebühr soll die Kosten dieses Rabatts ausgleichen. Ob diese kommerzielle Logik den Ansprüchen von Regulierungsbehörden genügt, die zunehmend auf Transparenz bei Abonnements drängen, ist jedoch eine offene Frage.
Warum es für Adobe um viel geht
Die Dimensionen des Risikos werden bei einem Blick auf Adobes Geschäftszahlen deutlich. Abonnements machten zuletzt 97 Prozent des Quartalsumsatzes von 6,4 Milliarden Dollar aus Adobe agrees $150m DOJ settlement over subscription cancellation termsfinance.yahoo.com·SecondaryAdobe has agreed to a $150m settlement with the US Department of Justice to resolve allegations that it did not clearly disclose termination fees and complicated the cancellation process for its subscription services. The agreement requires Adobe to pay a $75m civil penalty and provide another $75m in free services to customers, pending court approval.. Das gesamte Geschäftsmodell des Konzerns — über Creative Cloud, Document Cloud und Experience Cloud hinweg — basiert auf der Annahme, dass Kunden sich anmelden und in Jahresverträgen gebunden bleiben.
Bei einem geschätzten Jahresumsatz von rund 24 Milliarden Dollar könnte eine Busse von zehn Prozent des weltweiten Umsatzes theoretisch in die Milliarden gehen. In der Praxis sind solche Maximalstrafen selten — wahrscheinlicher sind verhandelte Abhilfemassnahmen, vorgeschriebene Prozessänderungen oder Entschädigungsanordnungen zugunsten britischer Verbraucher.
Kein Neuland für die CMA
Für die CMA ist Adobe kein unbekannter Akteur. Im Jahr 2023 blockierte die britische Wettbewerbsbehörde faktisch Adobes geplante Übernahme von Figma im Wert von 20 Milliarden Dollar. Die CMA kam zum Schluss, dass die Transaktion den Wettbewerb unter Anbietern digitaler Designsoftware erheblich einschränken würde. Adobe zog das Angebot zurück und zahlte eine Auflösungsgebühr von einer Milliarde Dollar.
Der digitale Designsektor ist laut dem britischen Design Council fast 60 Milliarden Pfund wert — rund 2,7 Prozent der britischen Wirtschaftsleistung. Adobe hält mit Photoshop, Illustrator und Premiere eine dominierende Stellung in der kreativen Branche weltweit, was dem Unternehmen erhebliche Preissetzungsmacht verleiht.
Kundenfrust als Dauerthema
Die Beschwerden über Adobes Kündigungspraktiken sind nicht neu. Lange bevor Regulierungsbehörden aktiv wurden, dokumentierten Nutzer in Online-Foren und sozialen Medien ihre Erfahrungen mit einem Prozess, den viele als bewusst undurchsichtig und abschreckend empfinden. Manche entdeckten die Kündigungsgebühr erst, als sie versuchten, ihr Abonnement zu beenden — und sich mit einer unerwarteten Rechnung konfrontiert sahen.
Die gleichzeitige Regulierung in den USA und Grossbritannien spiegelt einen breiteren globalen Trend wider: Behörden nehmen Software-Abonnementanbieter zunehmend in die Pflicht, wenn es um die Kluft zwischen der Einfachheit der Anmeldung und der Schwierigkeit der Kündigung geht. Das Muster ist nicht auf Adobe beschränkt, doch die Marktposition des Konzerns und die Höhe der möglichen Strafen machen diesen Fall besonders bedeutsam.
Wie es weitergeht
Die CMA betonte, dass sie bisher keine Schlussfolgerungen darüber gezogen habe, ob Adobe gegen das Gesetz verstossen hat UK regulator probes Adobe over cancellation fees concerns channelnewsasia.com·SecondaryA logo of computer software company Adobe is seen during the Adopt AI International Summit at the Grand Palais in Paris, France, November 26, 2025. REUTERS/Abdul Saboor LONDON, March 19 : Britain's competition regulator has launched an investigation into Photoshop maker Adobe to examine whether its early cancellation fees were unfair and misleading, the watchdog said on Thursday.. Der weitere Verlauf hänge von den gewonnenen Erkenntnissen ab. Die Untersuchung könne zu einer Feststellung rechtswidrigen Verhaltens, zur Verhängung von Abhilfemassnahmen oder zur Einstellung des Verfahrens führen.
Für Adobe kommt die Untersuchung zu einem empfindlichen Zeitpunkt. Anfang des Monats hatte der langjährige Konzernchef Shantanu Narayen seinen Rücktritt nach achtzehn Jahren angekündigt. Die neue Führung wird sich nicht nur gegen verschärften Wettbewerb durch Figma und Canva behaupten müssen, sondern auch diese regulatorischen Gegenwinde navigieren.
Der gleichzeitige Druck aus Washington und London legt nahe, dass Adobes Abonnementmodell — einst als Geniestreich vorhersehbarer Einnahmen gefeiert, als das Unternehmen 2013 von Einzellizenzen auf Cloud-Abonnements umstellte — nun einer grundlegenden Prüfung unterzogen wird. Die Frage ist nicht mehr nur, ob Adobes Software den Preis wert ist, sondern ob die Bedingungen, unter denen sie verkauft wird, dem Verbraucherschutzrecht der wichtigsten Märkte standhalten.
KI-Transparenz
Warum dieser Artikel geschrieben wurde und wie redaktionelle Entscheidungen getroffen wurden.
Warum dieses Thema
Adobe steht gleichzeitig in zwei seiner grössten Märkte unter regulatorischem Druck — und zwar wegen derselben Geschäftspraktik: Kündigungsgebühren bei Abonnements. Die CMA-Untersuchung vom 19. März folgt nur Tage auf Adobes 150-Millionen-Dollar-Einigung mit dem US-Justizministerium. Diese Gleichzeitigkeit ist höchst ungewöhnlich und signalisiert einen möglichen Paradigmenwechsel im regulatorischen Umgang mit Abonnementmodellen. Die Geschichte betrifft Millionen von Adobe-Nutzern weltweit und hat Implikationen für die gesamte SaaS-Branche. Der Nachrichtenwert von 8,5 spiegelt die Schwere koordinierter transatlantischer Durchsetzungsmassnahmen gegen einen grossen Technologiekonzern wider.
Quellenauswahl
Zwei primäre Cluster-Signale bieten ergänzende Berichterstattung: Yahoo Finance/Verdict liefert detaillierte Informationen zur DOJ-Einigung einschliesslich finanzieller Bedingungen und rechtlichem Rahmen, während CNA/Reuters die CMA-Untersuchung mit offiziellen Zitaten und regulatorischem Kontext abdeckt. Beide sind Tier-1-Quellen mit hohen Richness-Scores. Die Web-Recherche ergänzte die offizielle CMA-Pressemitteilung von GOV.UK, die DOJ-Pressemitteilung von justice.gov und eine Analyse von The Register mit zusätzlichem Kontext zu den Durchsetzungsbefugnissen der CMA, Adobes regulatorischer Geschichte in Grossbritannien und der wirtschaftlichen Bedeutung des digitalen Designsektors.
Redaktionelle Entscheidungen
Regulierungsgeschichte aus zwei Jurisdiktionen: Die CMA-Untersuchung vom 19. März und die DOJ-Einigung vom 13. März. Zwei primäre Signalquellen: Yahoo Finance/Verdict zur DOJ-Einigung und CNA/Reuters zur CMA-Untersuchung. Ergänzt durch offizielle Pressemitteilungen der CMA und des DOJ aus Web-Recherche. Alle Statistiken stammen ausschliesslich aus den Cluster-Signalen. Zitate wurden gemäss Redaktionsrichtlinien paraphrasiert.
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Quellen
- 1.finance.yahoo.comSecondary
- 2.channelnewsasia.comSecondary
- 3.channelnewsasia.comSecondary
- 4.i-invdn-com.investing.comSecondary
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