Casey Wasserman verkauft seine Talentagentur — Epstein-Akten lösen Künstlerflucht aus
Der LA28-Olympia-Vorsitzende verkauft sein Unternehmen nach der Enthüllung seiner Verbindungen zu Ghislaine Maxwell. Zahlreiche Künstler hatten die Agentur bereits verlassen.
14. Feb. 2026, 05:02

Es war ein Freitagabend in Los Angeles, als Casey Wasserman eine Nachricht an seine rund 4000 Mitarbeiter schickte, die das Ende einer Ära markierte. Der Enkel der Hollywood-Legende Lew Wasserman und Vorsitzende des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles teilte mit, dass er den Verkaufsprozess für sein gesamtes Unternehmen eingeleitet habe . «Ich bin zu einer Ablenkung geworden», schrieb er — ein Eingeständnis, das die Schwere der Krise offenbart, die ihn seit zwei Wochen erfasst hat.
Der Auslöser liegt im 30. Januar 2026. An jenem Tag veröffentlichte das US-Justizministerium unter Generalstaatsanwältin Pam Bondi Millionen teils geschwärzter Seiten aus den sogenannten Epstein-Akten . Unter den Dokumenten fanden sich pikante E-Mails, die Wasserman im Jahr 2003 mit der verurteilten Sexualstraftäterin Ghislaine Maxwell ausgetauscht hatte — Jahre bevor deren kriminelles Treiben öffentlich wurde . Zudem ist eine Reise auf Epsteins Privatjet dokumentiert: ein humanitärer Flug nach Afrika im Jahr 2002 mit einer Delegation der Clinton Foundation .
Wasserman entschuldigte sich umgehend und beteuerte, es tue ihm «zutiefst leid, überhaupt eine Verbindung zu diesen beiden Personen gehabt zu haben» . Doch die Entschuldigung konnte den Exodus nicht aufhalten. Popstar Chappell Roan machte den Anfang und erklärte am 9. Februar öffentlich, dass «kein Künstler, Agent oder Angestellter jemals erwartet werden sollte, Handlungen zu verteidigen oder zu übersehen, die so tief im Widerspruch zu unseren eigenen moralischen Werten stehen» . Innerhalb weniger Tage folgten ihr Gigi Perez, Orville Peck, Wednesday, Weyes Blood, die Dropkick Murphys und zahlreiche weitere Künstler. Auch Fussball-Ikone Abby Wambach verliess die Agentur .
Die Wasserman-Agentur war nicht immer ein Unterhaltungsriese. Gegründet vor über zwanzig Jahren als Sportvermarktungsfirma, wuchs sie erst durch die Übernahme der Paradigm Talent Agency im Jahr 2021 zu einer der grössten Musikagenturen der Welt heran . Auf der Künstlerliste standen Ed Sheeran, Coldplay, Kendrick Lamar, SZA und Tyler, the Creator. Der Kauf der Brillstein Entertainment Partners im Jahr 2023 — zuständig für Filmstars wie Brad Pitt — erweiterte das Portfolio nochmals erheblich . Dieses gesamte Imperium steht nun zum Verkauf. Die Künstlerliste wurde in den vergangenen Tagen stillschweigend von der Firmenwebsite entfernt .
Bemerkenswerterweise darf Wasserman seinen zweiten Posten behalten. Das LA28-Board bestätigte ihn Anfang der Woche einstimmig als Vorsitzenden und erklärte, seine Beziehung zu Epstein und Maxwell sei «nicht über das hinausgegangen, was bereits öffentlich dokumentiert ist» . Diese Entscheidung steht im Gegensatz zur breiten Kritik aus der lokalen Politik: Die Bezirksaufseherinnen Janice Hahn und Lindsey Horvath, Stadtkontrolleur Kenneth Mejia und fünf Mitglieder des Stadtrats von Los Angeles forderten seinen Rücktritt.
Die Spaltung zwischen der Haltung des Olympia-Boards und der öffentlichen Empörung illustriert ein wiederkehrendes Muster der Epstein-Aufarbeitung. Rechtlich betrachtet sind Wassermans dokumentierte Verbindungen vergleichsweise gering — ein Flug, einige E-Mails, kein Nachweis einer Beteiligung an Straftaten . Doch in einer Branche, deren Kapital in Reputation und öffentlicher Wahrnehmung besteht, reichen solche Verbindungen aus, um ein Imperium zu erschüttern.
Erschwerend kommt hinzu, dass dies nicht Wassermans erster Skandal ist. Im Juli 2024, ausgerechnet während der Olympischen Spiele in Paris, tauchte ein Bericht auf, der ihm «serielle» Affären mit jüngeren Angestellten über viele Jahre hinweg vorwarf . Der Vorfall schien damals zu versanden, doch er schuf ein Muster, das die jüngsten Enthüllungen in ein ungünstigeres Licht rückt.
Für die Unterhaltungsindustrie wirft der Verkauf weitreichende Fragen auf. Hinter Wasserman steht der Investor Providence Equity Partners. Berichten zufolge haben einige Agenten bereits sondiert, ob sie Teile des Geschäfts selbst übernehmen könnten . Grosse Bands wie Phish prüfen offenbar bereits neue Vertretungen . Die Neuordnung einer der mächtigsten Agenturen dürfte das Kräfteverhältnis in der Live-Musik-Branche verschieben.
Wasserman selbst hat eine klare Priorität gesetzt: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Firmenpräsident Mike Watts übernimmt das Tagesgeschäft . Ob die öffentliche Geduld und die Sponsoren diese Trennung zwischen Geschäftsmann und Olympia-Chef langfristig mittragen, bleibt die offene Frage, die über den kommenden zwei Jahren beantwortet werden muss.
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Casey Wassermans Entscheidung, seine Agentur zu verkaufen, ist eine bedeutende Geschichte an der Schnittstelle von Unterhaltung, Sport und der laufenden Aufarbeitung der Epstein-Akten. Als Vorsitzender des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ist Wasserman eine der prominentesten Persönlichkeiten, die konkrete berufliche Konsequenzen aus der Dokumentenveröffentlichung vom 30. Januar zu tragen hat. Der Exodus von Künstlern — angeführt von Stars wie Chappell Roan — stellt eine neue Form der Branchenverantwortung dar, die von Künstleraktivismus statt von Gerichtsverfahren angetrieben wird.
Quellenauswahl
Alle drei Quellen sind erstklassige Branchenpublikationen der Unterhaltungsindustrie. Variety (Jem Aswad), Deadline (Dominic Patten) und der Hollywood Reporter (Ethan Millman) sind die massgeblichen Fachzeitschriften der Branche. Alle drei haben Wassermans Memo an die Belegschaft unabhängig erhalten und verifiziert. Das Wall Street Journal berichtete zuerst über den Verkauf, was eine vierte erstklassige Bestätigung darstellt. Wikipedia liefert Bestätigung zu den Details des politischen Drucks. Auch die NYT bestätigte die Geschichte.
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