Tuchel beruft 35 Spieler für letzte Testspiele vor der WM — Maguire zurück, Alexander-Arnold gestrichen
Thomas Tuchel gab letzten Freitag einen 35-köpfigen Kader für die Freundschaftsspiele gegen Uruguay und Japan bekannt. Harry Maguires Rückkehr und Trent Alexander-Arnolds Streichung signalisieren die Konturen des WM-Kaders.

Am vergangenen Freitag trat Thomas Tuchel im Wembley-Stadion vor die Presse und verkündete einen Kader, der bereits wie eine Generalprobe für die Weltmeisterschaft wirkte: 35 Spieler für die letzten Heimspiele Englands vor dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko .
Der aufgeblähte Kader für die Partien gegen Uruguay am 27. März und Japan vier Tage später war kein Zugeständnis an die Breite des englischen Spielerpools allein. Tuchel hat ein Split-System entworfen, das ihm ermöglicht, Kandidaten auf den hinteren Plätzen unter die Lupe zu nehmen, ohne die Belastung seiner Stammspieler in einer entscheidenden Phase der Klubsaison weiter zu erhöhen .
Maguires Rückkehr aus der Verbannung
Die auffälligste Personalie war die Rückkehr von Harry Maguire. Der 33-jährige Innenverteidiger von Manchester United hat 64 Länderspiele bestritten, stand aber seit 2024 nicht mehr im englischen Aufgebot. Bei der Europameisterschaft in Deutschland, wo England erst im Finale an Spanien scheiterte, war er nicht dabei .
Seine Berufung ist die direkte Belohnung für eine beeindruckende Formkurve bei United. Seit Michael Carrick im Januar das Traineramt übernahm, hat sich der Klub auf den dritten Tabellenplatz vorgearbeitet — und Maguire ist einer der Hauptverantwortlichen dafür. Tuchel ließ keinen Zweifel daran: Maguire habe herausragende Leistungen gezeigt und sei eine Schlüsselfigur im Aufschwung des Vereins .
Ähnliches Lob erhielt Kobbie Mainoo, der 21-jährige Mittelfeldspieler von United, der ebenfalls in den Kader zurückkehrte. Dass beide gemeinsam nominiert wurden, unterstreicht, wie stark Uniteds Erholung unter Carrick auf internationaler Ebene wahrgenommen wird .
Alexander-Arnolds Streichung wiegt schwer
Wenn Maguires Berufung die positive Seite der Kaderpolitik darstellte, so war die Streichung von Trent Alexander-Arnold deren härtestes Signal. Der Verteidiger von Real Madrid, der im Sommer vom FC Liverpool nach Spanien gewechselt war, wurde aus einem 35-köpfigen Aufgebot gestrichen — einer Auswahl, die so groß ist, dass Nichtberücksichtigung einer deutlichen Botschaft gleichkommt .
Tuchel bezeichnete die Entscheidung als schwierig und würdigte Alexander-Arnolds Talent. Aber er habe sich für andere Optionen auf der rechten Abwehrseite entschieden. Die verbleibenden Kandidaten müssten sich ihren Platz im WM-Flugzeug erkämpfen .
Mit 27 Jahren und 32 Länderspielen wird das Fenster für Alexander-Arnold enger. Seine unstetige internationale Karriere unter verschiedenen Trainern findet möglicherweise kein Happy End in Nordamerika .
Neben Alexander-Arnold fehlten auch Ollie Watkins, Morgan Gibbs-White und Luke Shaw. Alle vier müssen nun auf eine starke Schlussphase bei ihren Klubs hoffen, um die Kaderbekanntgabe im Mai doch noch zu beeinflussen .
Zwei Mannschaften, zwei Spiele
Tuchels strukturelle Innovation war die Aufteilung des Kaders in zwei Gruppen. Ein 24-köpfiges Aufgebot bereitet sich auf das Uruguay-Spiel vor. Nach dieser Partie stoßen elf weitere Spieler hinzu, während einige aus der ersten Gruppe ausscheiden .
Der Ansatz erlaubt es Tuchel, jedem Spieler die nötige Aufmerksamkeit zu widmen und gleichzeitig Akteure zu testen, die in den letzten Lehrgängen nicht zum Einsatz kamen. Für das Japan-Spiel stehen maximal 23 Feldspieler zur Verfügung .
Der Uruguay-Kader umfasst neben Maguire und Mainoo auch Lewis Hall und Tino Livramento von Newcastle, Fikayo Tomori von der AC Mailand sowie Jarell Quansah von Bayer Leverkusen. James Garner vom FC Everton erhielt seine erste Berufung in die A-Nationalmannschaft, ebenso Jason Steele von Brighton — wobei der erfahrene Torhüter vornehmlich als Trainingstorwart eingeplant ist .
Die elf Spieler, die für Japan dazustoßen, lesen sich wie eine Blaupause des WM-Kaders: Harry Kane, Bukayo Saka, Declan Rice, Marc Guehi, Anthony Gordon und Dean Henderson gehören dazu .
Bellingham nur im Training
Jude Bellinghams Name im Kader kam mit einem Vorbehalt. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid fällt seit Anfang Februar mit einer Oberschenkelverletzung aus und wird gegen Uruguay nicht spielen. Tuchel erklärte, im besten Fall könne Bellingham gegen Japan einige Minuten erhalten .
Die Nominierung auf reiner Trainingsbasis für das erste Spiel spiegelt sowohl Bellinghams Bedeutung für Englands WM-Pläne als auch die Vorsicht wider, die eine fast zweimonatige Verletzungspause erfordert .
Weitere Rückkehrer und Debütanten
Jenseits von Maguire und Mainoo zeugen weitere Personalien von Tuchels Bereitschaft, über den engeren Kreis der letzten Lehrgänge hinauszublicken. Fikayo Tomori, zuletzt 2023 für England im Einsatz, kehrte nach starken Leistungen in der Serie A zurück. Dominic Calvert-Lewin, mittlerweile bei Leeds United, hat seit 2021 nicht mehr für die Three Lions gespielt, sich aber mit konstanter Torquote zurückgemeldet .
Dominic Solanke von Tottenham und Lewis Hall von Newcastle wurden ebenfalls wieder berufen. Die Breite der Auswahl — Spieler aus der Premier League, La Liga, Serie A und Bundesliga — illustriert die Tiefe des englischen Talentpools und Tuchels Entschlossenheit, vor der WM jede Option zu prüfen .
Die Dowman-Frage
Ein Name, der nicht im Kader stand, aber die Pressekonferenz dominierte, war Max Dowman. Der 16-Jährige von Arsenal wurde kürzlich zum jüngsten Torschützen in der Geschichte der Premier League und sorgt mit seinen Auftritten für Begeisterung.
Tuchel reagierte besonnen. Er sehe keinen Grund, den Teenager jetzt zu berufen und den Druck zu erhöhen, zumal Dowman bei Arsenal noch kein Stammspieler sei. Gleichzeitig hielt der Trainer die Tür ausdrücklich offen — eine WM-Berufung bleibe möglich, unabhängig vom Alter .
Der Vergleich mit Lamine Yamal, der Spanien bei der EM 2024 mit gerade 17 Jahren zum Titel schoss, lag nahe. Tuchel warnte jedoch vor überzogenem Hype und verwies darauf, dass Yamal deutlich mehr Klubeinsätze gesammelt habe, bevor er international debütierte .
Der Weg zur WM
Englands WM-Vorbereitung geht über die März-Testspiele hinaus. Für Juni sind weitere Partien gegen Neuseeland und Costa Rica geplant, bevor der Kader nach Nordamerika reist .
England trifft in der Gruppe L auf Kroatien, Ghana und Panama. Das Auftaktspiel steigt am 17. Juni gegen Kroatien in Dallas — eine Neuauflage des WM-Halbfinals von 2018, wenngleich sich Umstände und Kader seither grundlegend verändert haben .
Die Spiele gegen Uruguay und Japan sind die letzte große Bühne für Spieler am Rande des Kaders. Für Maguire ist es die Chance, eine bemerkenswerte Rückkehr aus der internationalen Bedeutungslosigkeit zu besiegeln. Für Alexander-Arnold und die anderen Gestrichenen haben die letzten Wochen der Klubsaison eine Dringlichkeit angenommen, die weit über den Liga-Alltag hinausgeht .
Tuchels 35-köpfiger Kader, aufgeteilt in zwei Hälften und mit taktischem Kalkül durchzogen, zeigt einen Trainer, der die Phase des Experimentierens hinter sich gelassen hat. Die Testspiele im Wembley sind das Vorsprechen. Die endgültigen Entscheidungen fallen im Mai.
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Warum dieses Thema
Die WM-Kaderauswahl Englands ist eine bedeutende internationale Sportnachricht mit breitem Leserinteresse. Die Bekanntgabe des 35-köpfigen Aufgebots für die letzten Testspiele vor dem Turnier hat erhebliche Auswirkungen auf das größte Sportereignis des Sommers. Zentrale Personalentscheidungen — Maguires Rückkehr nach zwei Jahren und Alexander-Arnolds Streichung aus einem historisch großen Kader — lösen intensive Debatten aus und signalisieren Tuchels taktische Präferenzen für die WM.
Quellenauswahl
Der Cluster basiert auf der Reuters-Berichterstattung über Tuchels Pressekonferenz und Kaderbekanntgabe im Wembley-Stadion am 20. März. Reuters ist eine primäre Nachrichtenagentur mit direkten Zitaten und offiziellen Kaderlisten. Die Berichterstattung wurde durch The Guardian, BBC Sport, Sky Sports, The Athletic und The Independent bestätigt.
Redaktionelle Entscheidungen
Dieser Artikel behandelt die Kaderbekanntgabe von Thomas Tuchel für die letzten Testspiele vor der WM. Der Beitrag balanciert die wichtigsten Rückberufungen (Maguire, Mainoo) mit den auffälligsten Streichungen (Alexander-Arnold, Watkins, Shaw) und ordnet das Split-Kader-Format in Tuchels taktische Planung ein. Die Dowman-Diskussion wurde aufgenommen, da sie die Pressekonferenz dominierte.
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