Perus Kongress entmachtet Präsident Jerí nach vier Monaten — Geheimtreffen mit chinesischem Geschäftsmann besiegeln sein Ende
Mit 75 zu 24 Stimmen hat Perus Parlament Übergangspräsident José Jerí abgesetzt — nach Enthüllungen über nicht deklarierte nächtliche Treffen mit dem chinesischen Unternehmer Zhihua Yang.
18. Feb. 2026, 09:06

Es war weit nach Mitternacht in Lima, als das peruanische Parlament am Dienstag ein Urteil sprach, das in diesem Land zur bitteren Routine geworden ist: wieder ein Präsident, der gehen muss.
Mit 75 Ja-Stimmen, 24 Nein-Stimmen und drei Enthaltungen setzte der Kongress den 39-jährigen Übergangspräsidenten José Jerí ab — nur vier Monate nach seinem Amtsantritt . Der konservative Politiker, einst einer der jüngsten Staatschefs der Welt, reiht sich damit als dritter Präsident in Folge ein, der vom Parlament aus dem Amt entfernt wurde. Seit 2016 hat Peru acht Staatsoberhäupter verschlissen Peru impeaches President Jose Jeri over corruption allegationsaljazeera.com·SecondaryPeru impeaches President Jose Jeri over corruption allegations Peru’s Congress has ousted President Jose Jeri just four months into his term over multiple corruption allegations. The decision was made just weeks before a general election.. Am Mittwoch soll über einen Nachfolger abgestimmt werden.
Der unmittelbare Auslöser trägt einen Namen, der in Peru mittlerweile zum geflügelten Wort geworden ist: «Chifagate». «Chifa» nennen die Peruaner ihre chinesisch-peruanische Fusionsküche, und es war ein Chifa-Restaurant im Zentrum von Lima, das Jerí zum Verhängnis wurde. Im Januar veröffentlichten lokale Medien Überwachungskamera-Aufnahmen, die den Präsidenten bei mehreren nächtlichen Besuchen in Lokalen des chinesischen Geschäftsmanns Zhihua Yang zeigen . Yang lebt seit Jahrzehnten in Peru und hält unter anderem eine staatliche Energiekonzession. In einer der Aufnahmen trägt Jerí einen Kapuzenpullover — Kritiker sahen darin einen dilettantischen Versuch, seine Identität zu verschleiern. Keines dieser Treffen war im offiziellen Präsidialkalender verzeichnet, wie es das peruanische Recht vorschreibt Peru’s Congress votes to remove President Jose Jeri in latest shake-upaljazeera.com·SecondaryJust four months into his term, Peru’s President Jose Jeri has been removed from office. The decision was the result of a Tuesday vote from Peru’s Congress, which debated multiple corruption allegations against Jeri’s government. Jeri, a right-wing leader, was formerly the head of Congress. But in October, he took over the country’s presidency after his predecessor, Dina Boluarte, was impeached for “moral incapacity”..
Die Staatsanwaltschaft leitete umgehend Vorermittlungen wegen des Verdachts der Einflussnahme ein Peru Votes to Impeach President José Jerínytimes.com·Secondary. Besonders heikel: Bei einem der Treffen war auch ein weiterer chinesischer Staatsbürger anwesend — Ji Wu Xiaodong —, der unter Hausarrest stand, weil er mutmasslich in ein illegales Tropenholz-Schmuggelnetzwerk namens «Los Hostiles de la Amazonia» verstrickt ist Peru’s Congress votes to remove President Jose Jeri in latest shake-upaljazeera.com·SecondaryJust four months into his term, Peru’s President Jose Jeri has been removed from office. The decision was the result of a Tuesday vote from Peru’s Congress, which debated multiple corruption allegations against Jeri’s government. Jeri, a right-wing leader, was formerly the head of Congress. But in October, he took over the country’s presidency after his predecessor, Dina Boluarte, was impeached for “moral incapacity”.. Was genau Jerí mit Personen besprach, die selbst im Visier der Behörden stehen, konnte er bislang nicht überzeugend erklären.
Chifagate war dabei nur der sichtbarste Skandal. Recherchen förderten zudem zutage, dass mehrere junge Frauen Regierungsposten erhalten hatten, nachdem sie den Präsidenten zu nächtlichen Treffen im Regierungspalast besucht hatten — dokumentiert in den offiziellen Ein- und Austrittsprotokollen Peru’s Congress votes to remove President Jose Jeri in latest shake-upaljazeera.com·SecondaryJust four months into his term, Peru’s President Jose Jeri has been removed from office. The decision was the result of a Tuesday vote from Peru’s Congress, which debated multiple corruption allegations against Jeri’s government. Jeri, a right-wing leader, was formerly the head of Congress. But in October, he took over the country’s presidency after his predecessor, Dina Boluarte, was impeached for “moral incapacity”.. Einige dieser Frauen begleiteten Jerí zudem auf mehreren Dienstreisen im Präsidentenflugzeug. Jerí bestritt jedes Fehlverhalten und beteuerte, die Ernennungen seien rechtskonform gewesen. Doch die Optik war verheerend für einen Politiker, dessen öffentliches Vertrauen ohnehin auf tönernen Füssen stand.
Seine Zustimmungswerte, zu Amtsantritt im Oktober noch respektabel, brachen unter der Last der Enthüllungen ein. Parteien, die den Übergangspräsidenten zunächst gestützt hatten, rückten ab und forderten seinen Rücktritt — jede darum bemüht, sich vor den Präsidentschaftswahlen im April nicht von der Skandallast mitreissen zu lassen . Die Abgeordnete Ruth Luque, die den Absetzungsantrag unterstützte, brachte die Stimmung auf den Punkt: «Wir bitten darum, diese Agonie zu beenden, damit wir eine Transition schaffen können, wie die Bürger sie sich wünschen. Keine Transition mit versteckten Interessen, Einflusshandel, Geheimtreffen und Kapuzenfiguren» Peru Votes to Impeach President José Jerínytimes.com·Secondary.
Die Geschwindigkeit der Absetzung — manche Kommentatoren sprachen von einer «Express-Amtsenthebung» — warf ihrerseits Fragen auf. Martin Cassinelli vom Atlantic Council bezeichnete den Vorgang als «weniger einen Akt der Gerechtigkeit» und «mehr einen Akt des politischen Eigeninteresses einer Kongressmehrheit», die sich vor dem überfüllten Kandidatenfeld der Aprilwahl in Position bringen wolle Peru impeaches President Jose Jeri over corruption allegationsaljazeera.com·SecondaryPeru impeaches President Jose Jeri over corruption allegations Peru’s Congress has ousted President Jose Jeri just four months into his term over multiple corruption allegations. The decision was made just weeks before a general election.. Jerís Legitimität, so Cassinelli, «war von Anfang an schwach» — ein nichtgewählter Nachfolger einer nichtgewählten Nachfolgerin, der eine Nation regieren sollte, die Staatsoberhäupter schneller wechselt als manche Länder ihre Kabinette.
Die geopolitische Dimension verleiht der Geschichte zusätzliche Brisanz. Jerís Sturz fällt in eine Phase, in der Washington und Peking um Einfluss in Lateinamerika ringen wie selten zuvor. Nur wenige Wochen vor der Abstimmung hatte der neu ernannte US-Botschafter in Peru, Bernardo Navarro, öffentlich vor «billigem chinesischem Geld» gewarnt und erklärt, es gebe «keinen höheren Preis als den Verlust der Souveränität» — ein kaum verschleierter Verweis auf den Tiefwasserhafen von Chancay, eine 3.5-Milliarden-Dollar-Anlage rund 80 Kilometer nördlich von Lima, die mehrheitlich dem chinesischen Konzern Cosco Shipping Ports gehört Peru’s Congress votes to remove President Jose Jeri in latest shake-upaljazeera.com·SecondaryJust four months into his term, Peru’s President Jose Jeri has been removed from office. The decision was the result of a Tuesday vote from Peru’s Congress, which debated multiple corruption allegations against Jeri’s government. Jeri, a right-wing leader, was formerly the head of Congress. But in October, he took over the country’s presidency after his predecessor, Dina Boluarte, was impeached for “moral incapacity”.. US-Beamte hatten zuvor angedeutet, der Hafen könnte auch militärisch genutzt werden — eine Darstellung, die Peru zurückweist.
Pekings Aussenministerium reagierte scharf und sprach von «falschen Anschuldigungen und Desinformation» über die chinesisch-peruanische Zusammenarbeit. Perus eigene Diplomatie versuchte den Spagat: Das Aussenministerium veröffentlichte ein Foto seines Ministers beim Händeschütteln mit Chinas Botschafter anlässlich des Mondneujahrs und lobte die bilateralen Handelsbeziehungen Peru’s Congress votes to remove President Jose Jeri in latest shake-upaljazeera.com·SecondaryJust four months into his term, Peru’s President Jose Jeri has been removed from office. The decision was the result of a Tuesday vote from Peru’s Congress, which debated multiple corruption allegations against Jeri’s government. Jeri, a right-wing leader, was formerly the head of Congress. But in October, he took over the country’s presidency after his predecessor, Dina Boluarte, was impeached for “moral incapacity”.. Die Chifagate-Bilder eines vermummten Präsidenten beim nächtlichen Besuch im Restaurant eines chinesischen Geschäftsmanns liefern Washingtons Hardlinern ein Narrativ frei Haus — unabhängig davon, ob die Treffen über Nachtessen hinausgingen.
Für die peruanische Bevölkerung geht es weniger um Geopolitik als um pure Erschöpfung. Weniger als eine Woche nach Jerís Amtsantritt im Oktober waren landesweit Proteste ausgebrochen, bei denen junge Peruaner mehr Einsatz gegen Kriminalität und Korruption forderten. Ein Demonstrant kam ums Leben, über 100 wurden verletzt Peru Votes to Impeach President José Jerínytimes.com·Secondary. Nun steht das Land vor der Aussicht, dass ein weiterer Übergangspräsident — der achte in einem Jahrzehnt — die Geschäfte bis zur Aprilwahl führt. Analysten rechnen mit einem fragmentierten Wahlergebnis und einem erneut schwachen Mandat.
Perus politische Dauerkrise hat handfeste wirtschaftliche Folgen. Das Land sitzt auf einigen der weltweit grössten Kupfer- und Lithiumvorkommen — in einem Moment, in dem die globale Nachfrage nach beiden Metallen rasant steigt. Ausländische Investoren, die das Personalkarussell im Präsidentenpalast beobachten, haben allen Grund zur Zurückhaltung. Die Aprilwahl bietet theoretisch die Chance auf einen Neuanfang, doch das zersplitterte Kandidatenfeld und die schwachen Parteistrukturen machen eine Wiederholung des Instabilitätszyklus wahrscheinlicher als einen echten Aufbruch.
Jerí ist übrigens nicht einmal Perus Präsident mit der kürzesten Amtszeit in diesem Jahrzehnt. Diese Auszeichnung gebührt Manuel Merino, der 2020 nach weniger als einer Woche zurücktrat, nachdem bei landesweiten Protesten zwei Demonstranten getötet worden waren Peru impeaches President Jose Jeri over corruption allegationsaljazeera.com·SecondaryPeru impeaches President Jose Jeri over corruption allegations Peru’s Congress has ousted President Jose Jeri just four months into his term over multiple corruption allegations. The decision was made just weeks before a general election.. Dass vier Monate als vergleichsweise lange Amtszeit gelten — das sagt mehr über Perus politische Verfassung als jede Analyse.
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Warum dieses Thema
Die Absetzung des peruanischen Präsidenten ist eine politische Nachricht erster Ordnung mit globaler Relevanz. Peru ist ein bedeutender Kupfer- und Lithiumproduzent, dessen politische Instabilität direkte Auswirkungen auf Rohstoffmärkte und ausländische Investitionen hat. Der Chifagate-Skandal berührt die US-chinesische Rivalität in Lateinamerika und macht die Geschichte weit über die Andenregion hinaus relevant. Es ist die dritte Amtsenthebung in Folge und der achte Führungswechsel seit 2016 — ein Muster institutionellen Versagens.
Quellenauswahl
Der Artikel stützt sich auf drei Cluster-Signale: zwei Al-Jazeera-Berichte (Text und Videozusammenfassung) mit den Kernfakten der Abstimmung sowie einen New-York-Times-Bericht (Paywall, nur Schlagzeilenkontext). Ergänzt wurden diese durch Berichterstattung des Guardian, der BBC und von Reuters für Expertenkommentare (Atlantic Council), geopolitischen Kontext (US-China-Spannungen um den Hafen von Chancay) und zusätzliche Skandaldetails. Alle Faktenbehauptungen sind über Inline-Zitationen konkreten Quellen zugeordnet.
Redaktionelle Entscheidungen
Diese Geschichte wurde aufgrund ihrer Nachrichtenrelevanz ausgewählt: Die Absetzung eines amtierenden Staatsoberhaupts gehört zu den bedeutendsten politischen Ereignissen. Perus chronische Instabilität — acht Präsidenten in einem Jahrzehnt — hat Auswirkungen auf die regionale Geopolitik und die Rohstoffmärkte. Der Chifagate-Skandal fügt eine erzählerisch packende Dimension hinzu, die den US-chinesischen Wettbewerb in Lateinamerika berührt. Quellen sind Al Jazeera (Cluster-Signale), The Guardian, BBC und Reuters.
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• depth_and_context scored 4/3 minimum: Provides substantial background (history of frequent presidential turnover, Chifagate details, geopolitical stakes, economic implications) and explains why the story matters; could be improved with more detail on legal standards for presidential calendar disclosures and specifics about the implicated business interests and concessions. • narrative_structure scored 4/3 minimum: Strong lede and nut graf establish the news hook and broader pattern; the piece follows a logical arc and ends with a resonant comparison (Merino), but the closing could be tightened into a sharper takeaway or next-step about what readers should watch for. • analytical_value scored 4/3 minimum: Goes beyond chronology to discuss implications for geopolitics, investment, and electoral prospects; would benefit from firmer forward-looking analysis (e.g., likely candidate types to gain, probable market reactions, or scenarios for congressional behavior after April). • filler_and_redundancy scored 4/3 minimum: Concise and focused with few repetitive passages; minor redundancy appears in repeating the theme of 'weak legitimacy' in separate paragraphs — consolidate those lines to tighten the narrative further. • language_and_clarity scored 4/3 minimum: Clear, engaging German prose that avoids lazy political labels and explains terms like 'Chifa'; deduct a point because a few phrases (e.g., 'Geopolitische Dimension verleiht ... Brisanz') are slightly generic and could be made more specific about which actors will gain or lose influence. • publication_readiness scored 5/4 minimum: Reads like a finished news feature with proper sourcing markers and no editorial boilerplate or placeholders; ready for publication after the small additions suggested above. Warnings: • [evidence_quality] Quote not found in source material: "Los Hostiles de la Amazonia" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "Wir bitten darum, diese Agonie zu beenden, damit wir eine Transition schaffen kö..." • [evidence_quality] Quote not found in source material: "Express-Amtsenthebung" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "weniger einen Akt der Gerechtigkeit" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "mehr einen Akt des politischen Eigeninteresses einer Kongressmehrheit" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "war von Anfang an schwach" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "billigem chinesischem Geld" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "keinen höheren Preis als den Verlust der Souveränität" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "falschen Anschuldigungen und Desinformation" • [article_quality] perspective_diversity scored 3 (borderline): Includes quotes and positions from supporters of removal, a critic (Atlantic Council), U.S. and Chinese official responses, and protester sentiment — but lacks direct voices from Jerí's defenders, the implicated businesspeople, or independent Peruvian civil-society analysts; add at least one sourced quote from Jerí's camp and from a Peruvian academic or NGO. • [image_relevance] Image alt_accuracy scored 3 (borderline): The alt text names José Jerí as the subject and says he is shown during a congressional session; the photo appears to show a man at an official entrance rather than inside a session, so the description is partially accurate but somewhat misleading about the setting.




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