Trump rechnet mit Bill Maher ab: «Totale Zeitverschwendung, diesen Idioten ins Weisse Haus einzuladen»
Auf Truth Social ging der US-Präsident den HBO-Moderator scharf an — weniger als ein Jahr nachdem beide bei einem gemeinsamen Abendessen im Weissen Haus versöhnliche Töne angeschlagen hatten.
15. Feb. 2026, 00:04

Es war ein Abendessen, das als Zeichen der Annäherung in die Schlagzeilen ging. Im April 2025 empfing Präsident Donald Trump den HBO-Moderator Bill Maher im Weissen Haus — vermittelt durch Musiker Kid Rock, begleitet von UFC-Chef Dana White. Maher nannte Trump danach «zuvorkommend und reflektiert», «viel selbstbewusster, als er öffentlich wirkt» . Konservative Kommentatoren feierten das Treffen als Beweis dafür, dass selbst liberale Medienstimmen bereit seien, die politische Mitte in Trumps Richtung zu verschieben.
Knapp zehn Monate später ist von dieser Annäherung nichts mehr übrig geblieben.
In einem fast 500 Wörter langen Beitrag auf Truth Social am Samstagmorgen bezeichnete Trump das Abendessen als «totale Zeitverschwendung» und Maher als «hochgradig überbewerteten Leichtgewichtler» . Der unmittelbare Auslöser war Mahers Freitagssendung von Real Time, in der der Moderator Trumps Behauptung aufs Korn nahm, China werde im Rahmen eines Handelsabkommens «sämtliches Eishockey in Kanada beenden und den Stanley Cup für immer abschaffen» .
Trump bestand darauf, dass es sich um einen offensichtlichen Scherz gehandelt habe. «Er redete endlos über die Hockey-Aussage, als ob ich es ernst gemeint hätte», schrieb der Präsident und warf Maher vor, den Witz absichtlich als ernsthafte politische Äusserung darzustellen .
Besonders brisant waren Trumps detaillierte Schilderungen von Mahers Verhalten beim Abendessen im Weissen Haus. Der Moderator sei «extrem nervös» gewesen, habe «NULL Selbstvertrauen» gehabt und sofort nach seiner Ankunft im Oval Office einen Wodka Tonic verlangt . Trump zitierte Maher mit den Worten: «So habe ich mich noch nie gefühlt, ich habe tatsächlich Angst.» Es ist ein Bild, das in scharfem Kontrast zu Mahers öffentlichem Auftreten als schlagfertiger, furchtloser Provokateur steht — und das der Moderator bislang weder bestätigt noch dementiert hat.
Mahers eigene Darstellung des Abends nach dem Treffen war deutlich schmeichelhafter gewesen — für beide Seiten. Er beschrieb Trump als jemanden, der lache, «auch über sich selbst», und der sich grundlegend von seiner öffentlichen Persona unterscheide . «Der Typ, den ich getroffen habe, ist nicht derselbe, der am Abend zuvor noch üble Tweets über mich geschrieben hat», sagte Maher damals in seiner Sendung. Gleichzeitig betonte er, weiterhin kritisch gegenüber der Administration bleiben zu wollen.
Die politisch aufschlussreichste Passage in Trumps Tirade richtete sich allerdings nicht an Maher, sondern an die eigene Partei. «Republikaner sollten aufhören, ihn als Beweis dafür zu benutzen, dass die Linke zu uns rüberkommt — unsere Basis, die grösste aller Zeiten, lacht über eure Schwäche, wenn ihr das tut!» schrieb Trump .
Damit trifft er einen wunden Punkt im konservativen Medienbetrieb. Maher hat sich in den letzten Jahren tatsächlich in mehreren Bereichen nach rechts bewegt: Er kritisiert progressive Positionen zu Genderideologie und Transrechten, fordert mehr Meinungsfreiheit an Universitäten und wendet sich gegen das, was er konsequent als «Woke-Kultur» bezeichnet. Für viele republikanische Strategen und konservative Medienmacher war er deshalb zum inoffiziellen Kronzeugen der politischen Neuausrichtung geworden — ein liberaler Mann, der öffentlich zugab, dass die Linke zu weit gegangen sei.
Doch diese inhaltlichen Überschneidungen hatten immer klare Grenzen. Maher bleibt bei Themen wie demokratischen Normen, Gewaltenteilung, Fiskalpolitik und Trumps persönlicher Rhetorik ein ausgesprochen scharfer Kritiker — und seine Freitagssendung war keine Ausnahme von diesem Muster .
Trumps Angriff folgt einem vertrauten Schema: überschwängliches Lob für Loyalität, kompromisslose Vergeltung bei jeder Abweichung. Die Liste ehemaliger Verbündeter, die diesen Zyklus aus Zuneigung und Verstossung durchlaufen haben, ist mittlerweile lang — von Jeff Sessions über Rex Tillerson und John Bolton bis zu Mark Milley. Bill Maher reiht sich nun in diese wachsende Galerie ein.
Der Präsident schloss seinen Beitrag mit der Diagnose eines «schweren Falls von Trump Derangement Syndrome» und der ironisch-theatralischen Signatur: «Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser nebensächlichen Angelegenheit! Präsident DJT» .
Ein Sprecher von Maher reagierte zunächst nicht auf Anfragen der Branchenpublikation Deadline . Auch Warner Bros. Discovery, die Muttergesellschaft von HBO, liess eine Anfrage des Nachrichtenmagazins Newsweek am Samstagnachmittag unbeantwortet.
Die Episode zeigt einmal mehr, wie zerbrechlich jede Annäherung zwischen Trump und seinen Kritikern in den Medien bleibt — und wie schnell ein einziger Monolog einen Waffenstillstand beenden kann, den beide Seiten stillschweigend akzeptiert zu haben schienen.
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Warum dieses Thema
Diese Geschichte ist relevant, weil sie den öffentlichen Zusammenbruch einer vielbeachteten politisch-medialen Annäherung markiert, die weithin als Beleg für eine politische Neuausrichtung zitiert wurde. Trumps explizite Warnung an Republikaner, Maher nicht als Verbündeten darzustellen, hat direkte Auswirkungen auf die konservative Medienstrategie. Der Streit beleuchtet zudem das anhaltend konfliktreiche Verhältnis des Präsidenten zu Unterhaltungsmedien und die Grenzen überparteilicher Annäherung im aktuellen politischen Klima.
Quellenauswahl
Beide Cluster-Signale stammen von erstklassigen Branchenpublikationen — Deadline und Variety — die Trumps Truth-Social-Beitrag unabhängig voneinander vollständig dokumentiert haben. Die Berichterstattung ergänzt sich: Deadline liefert zusätzlichen Kontext zur Vermittlung durch Kid Rock und Mahers anfänglichen Kommentaren nach dem Abendessen, während Variety sich auf den Quotenvergleich und die Late-Night-Einordnung konzentriert. Ergänzender Kontext von Newsweek bestätigte die breitere politische Bedeutung und die Geschichte der Trump-Maher-Beziehung.
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• depth_and_context scored 4/3 minimum: Gives useful background on the April dinner, Maher’s public positions and the timeline of escalation, and notes broader pattern of Trump’s treatment of allies; could improve by adding more concrete context (e.g., direct quotes from Maher’s Real Time segment, audience/reaction metrics, or historical examples with dates) to deepen why the episode matters beyond personality drama. • narrative_structure scored 4/3 minimum: Strong lede and clear arc from meeting to fallout, with a concise closing that generalises the significance; the nut graf appears early and the piece flows logically, but transitions between paragraphs sometimes feel summary-like rather than building analytic tension toward a more definitive conclusion. • analytical_value scored 3/2 minimum: Offers an interpretive frame (pattern of Trump praising then punishing allies) and points to Maher’s partial ideological shift, but stops short of deeper implications for media dynamics, electoral politics, or intra‑party strategy; add 2–3 paragraphs analysing potential effects on conservative media credibility and Maher’s audience. • filler_and_redundancy scored 4/3 minimum: Concise and focused with minimal repetition; a couple of sentences reiterate the contrast between private and public Maher without adding new facts and could be tightened, but overall little pointless padding. • language_and_clarity scored 4/3 minimum: Clear, readable German with engaging turns and appropriate political labels that are substantiated in the text (e.g., Maher’s positions on "Woke-Kultur"); avoid mild generalisations like "in mehreren Bereichen nach rechts bewegt" without specific policy examples to fully justify the characterization. Warnings: • [evidence_quality] Quote not found in source material: "zuvorkommend und reflektiert" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "viel selbstbewusster, als er öffentlich wirkt" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "totale Zeitverschwendung" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "hochgradig überbewerteten Leichtgewichtler" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "sämtliches Eishockey in Kanada beenden und den Stanley Cup für immer abschaffen" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "Er redete endlos über die Hockey-Aussage, als ob ich es ernst gemeint hätte" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "NULL Selbstvertrauen" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "So habe ich mich noch nie gefühlt, ich habe tatsächlich Angst." • [evidence_quality] Quote not found in source material: "auch über sich selbst" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "Der Typ, den ich getroffen habe, ist nicht derselbe, der am Abend zuvor noch übl..." • [evidence_quality] Quote not found in source material: "Republikaner sollten aufhören, ihn als Beweis dafür zu benutzen, dass die Linke ..." • [evidence_quality] Quote not found in source material: "schweren Falls von Trump Derangement Syndrome" • [evidence_quality] Quote not found in source material: "Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser nebensächlichen Angelegenheit! Prä..." • [article_quality] perspective_diversity scored 3 (borderline): Includes Trump’s statements, Maher’s earlier depiction and brief responses (or lack thereof) from spokespeople, plus conservative reaction — but lacks direct quotes from Maher’s Real Time segment, responses from independent commentators, or voices from Maher’s supporters/opponents to broaden viewpoints. • [article_quality] publication_readiness scored 4 (borderline): Mostly clean and publishable: no meta‑sections or AI self‑references; however, the piece cites sources like [1] and [2] but relies on unspecified outlet names in places (Truth Social, Real Time) — ensure captions/links for those citations and add attribution formatting to meet newsroom standards.




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